Ein Wort mit 42 Buchstaben
„Können Sie das nochmal wiederholen?“
So reagiert Christopher Braucks, Host des uneingeschränkt empfehlenswerten Podcasts Natürliche Ausrede, als das Wortungetüm zum ersten Mal ausgesprochen wird. In der Podcast-Folge 275, nach genau 11 Minuten und 45 Sekunden. Sein Gast Kai Heddergott wiederholt es gerne, und zwar im Kontext des ganzen Satzes, in dem es vorkam. Und Chris gefiel das Wort offensichtlich so gut, dass er es für den Titel der Folge verwendete. Im Plural. Also hat es dort sogar noch einen Buchstaben mehr.*
„Wortungetüm“ ist natürlich eine sehr wertende Bezeichnung. Aber die deutsche Sprache neigt eben zu solch buchstabenreichen Komposita – wobei die meisten Schreibratgeber empfehlen, sie möglichst zu vermeiden. Nichtsdestotrotz können sie komplexe Sachverhalte präzise auf den Punkt bringen. Auch in diesem Fall. Und es ist eine große Freude, Chris und Kai dabei zuzuhören, wie sie sich wunderbar eloquent und inspiriert über dieses Wort und weitere Sachverhalte im Themenfeld KI austauschen. Knapp zwei ebenso aufschlussreiche wie unterhaltsame Stunden lang.
Da Chris was zu hören
Disclaimer: Meine Hör-Empfehlung ist nicht gänzlich unvoreingenommen. Denn ab 45 Minuten und 25 Sekunden komme ich selbst kurz im Podcast vor. Aus Gründen: Ich war mitverantwortlich für sein Zustandekommen.
Und das kam so.
Irgendwann im ersten Corona-Jahr wurde Chris ein Twitter-Kontakt von mir. Auf welchem Wege, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Damals startete er seinen Podcast und ich wurde regelmäßiger Hörer. Ab und zu tauschten wir uns persönlich darüber aus. Dann ergab es sich, dass ich ihm tolle 19″-Studioracks abkaufte, die perfekt in die neue Inkarnation meines Heimstudios passten (hier auf timschraubtbass nachzulesen).
Nebenbei führte das dazu, dass ich ihm die Gesprächspartner für die Folge 139 und die Folge 154 seines Podcasts vermittelte. Und als wir uns Anfang dieses Jahres mal wieder austauschten, berichtete ich kurz von meinem Gastbeitrag für das Buch von Kai (und Dominik Ruisinger), das ich auch schon im ersten timschreibtdas-Artikel erwähnt habe.
Schwuppdiwupp: Schon hatte ich Chris erneut einen Gesprächspartner vermittelt.
Kai, ’ne lange Geschichte
Kai kenne ich seit meinem ersten Semester in Münster. Das war 1992. Ich war im Begriff, mir meinen ersten Apple Macintosh zuzulegen. In einer Publizistik-Vorlesung hörte ich hinter mir jemanden die typografische Gestaltung des Handouts kommentieren, wobei die Stichwörter „Apple“ und „Mac“ fielen. Ich drehte mich um. Der Rest ist (eine lange) Geschichte.
Mein Austausch mit Kai zum Thema lokal installierte KI-Modelle im vergangenen Jahr führte zu meinem Gastbeitrag in seinem Buch „Besser Texten mit Kopf und KI: Der Leitfaden für das neue Schreiben„. Was dann wiederum zur Podcast-Folge 275 von Natürliche Ausrede führte.
Freude mit 38 Buchstaben
“Herr Heddergott, wo waren Sie die ganze Zeit, als ich diesen Podcast gemacht habe? Das ist ja wunderbar, was wir hier alles für Töpfe aufmachen können.”
Das sagt Chris bei Minute 36 und 49 Sekunden. Eine der vielen Stellen im Podcast, die mich besonders gefreut haben (neben „Grüße an Tim!“ bei 46:22 natürlich). Und auch die Natur meiner Freude lässt sich in einem Kompositum präzise auf den Punkt bringen. Mit 38 Buchstaben:
Kontaktvermittlungsbefriedigungsgefühl.
Und das kann man gar nicht oft genug wiederholen.
Bis bald!
*Nein, wirklich, es kann doch kein Zufall sein, dass dieses Wort genau 42 Buchstaben hat. Oder? ODER??


