34 PRECISION SETUP I

Fühlen, finden, fummeln.

Leo Fender hatte seine erste Bass-Kreation nicht ohne Grund ”Precision Bass” genannt. Der Name bezog sich damals vor allem auf die Intonation, die dank des bundierten Halses viel einfacher und präziser hinzukriegen war als bei einem Kontrabass. Aber es gibt da noch mehr Details, die man genau einstellen kann – und sollte.

Vor allem, wenn ein Bass – wie meiner – mit einer zeitgemäßen Hardware ausgestattet ist. Das diese in Kombination mit den Hölzern ein sehr schönes Bild ergibt, hatte ich ja gestern ausführlich gezeigt

Jetzt kümmere ich mich um die Einstellarbeiten, die sonst noch notwendig sind. Die haben vor allem mit der Brücke zu tun:

Die Göldo-3D-Bridge ermöglicht Einstellungen dreierlei Art: 1. Höhe der Saitenreiter (für die Saitenlage), 2. Intonation (durch Verschiebung der Saitenreiter nach vorne oder hinten, also Verkürzen oder Verlängern der schwingenden Saite) und 3. String Spacing – also die seitliche Positionierung der Saitenreiter (für den gleichmäßig geraden Saitenlauf über die Pickups & zum Griffbrett).

Für alle diese Einstellungen braucht man nur ein Werkzeug – und das dafür passende lag dem Teil auch bei:

Mit dem Inbusschlüssel werden winzige Madenschrauben auf- und zugeschraubt. Im Bild oben zum Beispiel die Schraube, die den Saitenreiter der D-Saite fixiert. Löst man sie, kann der Reiter verschoben werden. Und dann wieder an neuer Position fixiert.

Für die Höhenverstellung löst man zunächst die jeweilige Schraube vorne am Reiter. Dann nutzt man die beiden Schrauben auf der Oberseite des Reiters, um die Höhe zu verstellen. Außerdem kann man das Reiterchen minimal nach links und rechts verschieben (String Spacing). Und dann fixiert man das kleine Ding wieder …

Klingt furchtbar fummelig? Ist es auch! 😉

Vor allem, weil es um schwarze Schrauben in schwarzem Metall geht. Die muss man erstmal finden. Mehr durch Fühlen als durch Sehen. Meine altersbedingt in diesen Zonen nicht mehr so funktionstüchtigen Augen kommen da an ihre Grenzen.

Der Hals ist ja glücklicherweise schon optimal eingestellt, also geht’s hier jetzt um Feinheiten. Ich mach’s kurz: Intonation und Saitenlage ließen sich sehr gut einstellen und optimieren. Passt.

Der große Vorteil der fummeligen Madenschrauben: Wenn alles eingestellt ist und alle Schrauben wieder zugeschraubt sind, sind alle beweglichen Teile der Brücke fest fixiert.

Das heißt nicht nur, dass nichts rappelt und sich die mühsam erarbeiteten Einstellungen einfach mal so wieder ändern können. Die Brücke wird auf diese Weise quasi zu einem massiven Block. Und das hat Vorteile, was das Schwingungsverhalten bzw. die Schwingungsübertragung angeht. Also lohnt sich die Mühe durchaus!

Was dann aber nicht sooo gut gelang, war die Einstellung der Pickups. Da hatte ich ja schon berichtet, dass der Einbau nicht ganz so reibungslos und optimal verlaufen war.

Laut Fender Bass Manual (S. 91) sind die Richtwerte für die Pickup-Höhe bei Standard J- oder P-Bässen die folgenden:

Bass Side: 2,8 mm

Treble Side: 2 mm

Und so sieht das jetzt bei meinem Bass aus:

Die Messergebnisse bei mir liegen deutlich höher als in der Fender-Empfehlung: Bass Side 5 mm – und Treble Side auch 5 mm!

Tja. Klingt aber trotzdem gut, der Bass – gutes Output, gleichmäßiger Sound. Es sind halt immer nur Richtwerte. Und die Pickups sind schon ganz oben. Mehr Push geben die Moosgummipolster wohl nicht, und meine Verschraubung war eben auch suboptimal … Kann ich mit leben.

Puh, das war jetzt viel Fummelarbeit. Morgen geht’s weiter damit, unter anderem auch mit ein paar Messwerten.

 

 

 

 

 

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